Der Schwarze Tee gehört zu den wohl bekanntesten Teesorten überhaupt. Fast jeder kennt ihn, hat ihn auch schon einmal probiert. Dabei ist der Schwarze Tee keineswegs schwarz, wie der Name vermuten lässt, sondern weist eine rötliche bis braune Färbung in der Tasse auf. Der Schwarze Tee wird aus der Teepflanze Camellia sinensis gewonnen, genauso wie der Grüne, der Weiße und der Oolong Tee.

Für die dunkle Farbe (Schwarztee ist der dunkelste Tee überhaupt) ist die Oxidation verantwortlich, die man früher als Fermentierung bezeichnete. Sie dauert beim Schwarzen Tee am längsten. Die Teeblätter werden gerollt und dadurch gequetscht, was dazu führt, dass die Pflanzenzellen teilweise zerstört werden. Die enthaltenen Polyphenole und Aromastoffe reagieren auf diese Weise mit dem Sauerstoff.

Schwarzer Tee – eine Erfindung der Briten

Der Schwarze Tee entstand übrigens durch die Briten. Sie haben ihn in ihren Kolonien in Sri Lanka, Indien und Afrika angebaut und machten sich so unabhängig von den Chinesen, die zu jener Zeit das Teemonopol innehatten, aber nur Grünen Tee lieferten. Mit dem Anbau und der Herstellung des Schwarzen Tees wollten die Briten ein Unterscheidungsmerkmal zwischen sich und den Chinesen schaffen.

Gleichzeitig stellte sich heraus, dass der Schwarze Tee ein ganz anderes Aroma als der Grüne Tee hatte, das gerne als „europäischer Geschmack“ bezeichnet wird. Noch heute wird in der westlichen Welt lieber Schwarzer Tee als Grüner Tee getrunken.

Wie entsteht Schwarzer Tee?

Um Schwarzen Tee herzustellen, werden in der Regel die Blattknospen und die obersten beiden Blätter verwendet. Im Fachjargon spricht man auch von „two leaves and the bud“. Sie werden in der Regel von Hand gepflückt und müssen fünf Fertigungsschritte durchlaufen, bis der Tee erstmals getrunken werden kann.

Im ersten Schritt müssen die Blätter welken, dies kann auf natürliche Weise geschehen, kostet dann aber bis zu 18 Stunden Zeit. Alternativ dazu können große Ventilatoren eingesetzt werden, wodurch die Blätter binnen zwölf Stunden welken. Gut 30 Prozent der Feuchtigkeit verlieren die Blätter während dieses Vorganges.

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Im zweiten Schritt müssen die Blätter oxidieren, wofür sie gerollt und aufgebrochen werden. Die Inhaltsstoffe können sich so mit dem Sauersoff verbinden. Gut 30 Minuten lang werden die Blätter gerollt und anschließend mittels Dornwalzen zerrissen. Lediglich die zerkleinerten Blätter sind es, die anschließend weiter verarbeitet werden, weshalb man auch von der Crushing-Tearing-Curling (CTC) Methode spricht.

Ein weiterer Oxidationsprozess sorgt schließlich für die rotbraune Farbe des Schwarztees in der Tasse. Die Blätter werden bei Temperaturen um die 40 Grad Celsius befeuchtet und bis zu drei Stunden lang ausgelegt. Früher bezeichnete man dies als Fermentation.

Anschließend müssen die Blätter weitere 20 Minuten trocknen, wobei sich die Farbe der Blätter weiter verdunkelt, sie teilweise sogar schwarz werden. Nun müssen die Blätter nur noch abgepackt werden. Dabei gibt es unterschiedliche Qualitätsstufen, die von der Größe der Blätter abhängig sind. In der Regel unterscheidet man in kleine, grobe und feine Blätter.

Wo wird Schwarzer Tee angebaut?

Der Schwarze Tee wird heute, wie auch früher, vorwiegend in Indien, Afrika und Sri Lanka angebaut. Weitere große Anbaugebiete finden sich in Südamerika und Teilen Europas. In China gibt es mittlerweile ebenfalls einige Anbaugebiete für Schwarztee, dennoch herrscht hier der Anbau von Grünem Tee noch weiter vor. In Japan wird dagegen ausschließlich Grüner Tee angebaut. In China kennt man die Provinz Anhui für Schwarztee. Hier wird der China Keemun, der unter Teekennern als bester Schwarztee Chinas bezeichnet wird, angebaut. Weitere Schwarztee-Anbaugebiete Chinas finden sich in den Provinzen Yunnan und Fujian.

In Indien liegen dagegen die Anbaugebiete Assam, Darjeeling und Sikkim, die gleichzeitig die weltweit bekanntesten Anbaugebiete für Schwarzen Tee sind. Sie liegen direkt am Himalaya. Auf der Insel Sri Lanka, die einst als Ceylon bekannt war, wird der Schwarztee ebenfalls angebaut. Aus dieser Region stammt der sehr bekannte Ceylon-Schwarztee.

Was ist eigentlich Schwarzer Tee?

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